Freitag, 28. Februar 2014
Zweites Bild
Er kam wieder und wieder. Zwei Jahre lang hat er sie belästigt.
Sie war schmutzig. Der ganze Körper war dreckig, sie konnte ihre Hände nicht wieder sauber machen. Alles war zerstört. Sie war alleine auf der Welt. Sie konnte nicht lachen, nicht weinen, nichts fühlen. Ihr Herz war leer, kalt und bitter. Jeden morgen zog sie eine Maske an. Nur die Nächte… Die waren zu schwer. Alles kam wieder und wieder. Es war schon ein paar Jahre her, aber sie sah es in allen Details, als ob er jeder Nacht wieder käme. Grausam. Sie biss ihre Finger, bis das Blut floss.
Nun niemand merkte es. Eltern waren daneben, aber nie dabei. Ihr Bruder war der wichtigste. Sie machte nur Probleme, war geschlossen. Man sah Trauer in ihren Augen. Das dauerte ein paar Jahren. Tag: Maske an, Nacht Maske aus. Sie hat sich dran gewöhnt. Alles sah so aus, als ob sie keine Probleme hätte. Sie wollte sogar dran glauben. Alles war eigentlich in Ordnung, sie lernte gut, war höflich, freundlich, hilfsbereit. Fast wie ein Muster für andere Kinder.



Donnerstag, 27. Februar 2014
Erstes Bild. Meine Geschichte.
Sie saß am Fenster. Anna, eine 17-jährige Tochter eines Arztes. Den kalten Kaffee trinkend, sah sie so aus, als ob sie auf die Strasse guckte. Tat sie aber nicht. Eigentlich wollte sie nie mehr irgendwohin gucken. Alles war zu traurig, zu traurig waren auch ihre Augen – die wollte sie aber nicht mehr zeigen. Die sagten zu viel über sie selbst.
Die Sonne schien. Keine Wolke war auf dem Himmel zu sehen. Sie war 7. Sommerferien. Sie trabte durch Getreide. Sie fing an zu laufen. Oma wartete mit dem Mittagessen. Alle waren bestimmt schon da. Gerd, Lilli, Agatha, Max, Steffi und Marie. Marie war auch 7. Sie spielten immer zusammen. Sie freute sich, alle wieder zu sehen, deswegen lief sie so schnell wie sie nur konnte.
Dann kam er. Der älteste von all den Cousins, Frank. Er fing sie gar nicht zart. Sie wollte raus aber er hielt sie fest. Mit einem Zug machte er ihre Klamotten weg. Und… ja, er machte DAS.
Die Sonne schien immer wieder. Sie freute sich aber nicht mehr, trotzdem musste sie lachen, sich über das Treffen freuen. Ihr war kalt. Konnte keine Sonnewärme fühlen. Der Hauch der Kälte umarmte sie für die Ewigkeit. Kalt waren ihre Hände, Füße, das ganze Haut, und das Herz war auch kalt. Kein Sonnenschein mehr konnte durch. Nur in den Augen war der Angst zu sehen.
Sie saß am Fenster. Wie alt war sie? Eigentlich immer noch 7. Sie wollte nicht weiter. Da drin im Herzen lebte ein 7-jähriges Mädchen, das Angst hatte, alles jeden Tag neu zu erleben.



Kaffee und Orange
Also endlich habe ich mich entschieden, Blog zu schreiben. Mal sehen, wie sich das alles entwickelt. Ich möchte über mich und über alltäglichen Sachen schreiben.
Der Titel beschreibt mich selbst, mein Leben. Also bitter wie der Kaffee und frisch und süß wie ’ne Orange. Vorsicht aber Orangen können auch sauer sein, leider. Bald kommen Fotos und mehr. Ich lade Euch herzlich ein.